Ist Mülltrennung sinnvoll?

Mülltrennung ist sehr sinnvoll und verfehlt ihre Wirkung nicht. Nur wenn Verpackungen aus Kunststoff, Metall, Verbundstoffen, Glas, Papier, Pappe oder Karton und kompostierbarer Bioabfall voneinander getrennt entsorgt und sortenrein separiert werden können, ist effizientes Recycling möglich.

Die Verbraucher*innen in den Haushalten tragen daher einen entscheidenden Teil zum Recycling in Deutschland bei und können mit der richtigen Trennung helfen, die Recyclingquote stetig zu erhöhen.

Fehlwürfe

„Fehlwürfe“ im Gelben Sack bzw. in der Gelben Tonne erschweren das Recycling erheblich und können es sogar unmöglich machen: Vor allem feuchte Küchenabfälle wie halb gefüllte Joghurtbecher oder Essensreste führen dazu, dass eine sortenreine Trennung nicht mehr möglich ist und Verpackungen für die Wiederverwertung unbrauchbar werden. Nur korrekt getrennt können Verpackungen recycelt werden und so die Rohstoffe dem Kreislauf erhalten bleiben. Restmüll und verunreinigte Abfälle hingegen kommen zur Beseitigung in die Verbrennungsanlage und gehen dem Recyclingkreislauf für immer verloren.

Gelber Sack, Wertstofftonne, Glascontainer oder Papiertonne: Du weißt nicht, wohin mit Deinen Abfällen? Hier findest Du Hilfe:

Warum ist Mülltrennung so wichtig?

Entgegen zahlreicher Meinungen hat die richtige Mülltrennung vorteilhafte Auswirkungen und einen positiven Effekt auf die Umwelt:

Höhere Recyclingquoten:

Je besser es gelingt, Abfälle richtig zu trennen und Fehlwürfe zu vermeiden, umso mehr Material kann recycelt werden. Denn nur bei korrekt getrennten Abfällen können die Sortieranlagen einwandfrei arbeiten. Bis 2022 sollen laut Verpackungsgesetz deutlich mehr als die Hälfte (63 Prozent) aller Kunststoffverpackungen recycelt werden. Das kann nur mit der richtigen Mülltrennung im Haushalt gelingen.

Klimafreundlich:

Werden mehr Verpackungen gesammelt und recycelt, bleibt weniger Abfall übrig, der in der Müllverbrennung beseitigt werden muss. Mit der richtigen Mülltrennung tragen Verbraucher*innen aktiv dazu bei, CO2 einzusparen.

Schonung der Ressourcen:

Das Ziel ist es, geschlossene Kreisläufe zu erreichen, in denen keine Rohstoffe mehr verloren gehen. Je mehr recycelte Materialien verwendet werden, umso weniger Ressourcen wie Wasser und Energie, aber auch umso weniger Primärrohstoffe müssen genutzt werden, um unseren Bedarf an Produkten zu decken. Es werden wertvolle Ressourcen wie Erdöl geschont und stehen auch folgenden Generationen zur Verfügung.

Noch bessere Qualität recycelter Materialien:

Je besser getrennt wird, desto reiner ist das wiederverwertbare Material. Schon heute stehen Rezyklate, also aus recyceltem Kunststoff entstandenes Material, neu hergestellten Kunststoffen, die aus Primärrohstoffen wie Erdöl hergestellt werden, in der Qualität kaum noch nach. Die korrekte Trennung hat das Potenzial, die Qualität deutlich zu verbessern.

Wiederverwertung:

Nach dem Recycling stehen die Materialien der Industrie und Produktion erneut zur Verfügung. Sie bekommen wieder Leben eingehaucht und finden zum Beispiel als Bodenbelag, Flasche, Innenverkleidung von Autos, als Briefumschlag, Abflussrohr oder Fleecejacke neue Verwendung.

Was bringt Mülltrennung tatsächlich?

Über die Mülltrennung existieren viele Vorurteile, doch die Fakten zeigen, dass sich Mülltrennung lohnt:

Recycling von Altpapier:

85 Prozent der Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton werden recycelt. In der Papier-, Karton- und Pappenproduktion in Deutschland wird bereits zu 75 Prozent Altpapier verwendet. Als Recyclingpapier zum Beispiel für Briefumschläge gelangt es wieder auf den Markt. Der Einsatz von Altpapier kommt der Umwelt zugute, denn der Produktionsprozess von Frischfaserpapier benötigt etwa dreimal so viel Energie und etwa fünfmal so viel Wasser wie die Produktion von Recyclingpapier. Darüber hinaus bringt der Import von Zellstoff zur Papierherstellung, zum Beispiel aus den Tropen oder Kanada, oft lange Transportwege mit hohem CO2-Ausstoß mit sich. Bei Verwendung von Altpapier aus regionalen Sammlungen ist der CO2-Ausstoß hingegen nur minimal.

Kunststoffrecycling:

Was wird aus den Verpackungskunststoffen im Gelben Sack, wie Joghurtbechern, Behältern und Tüten? Sie werden schon heute zu rund 60 Prozent recycelt, indem sie sortiert und eingeschmolzen werden. Die entstehenden Rezyklate werden zum Beispiel in Folien, Eimern oder Blumentöpfen eingesetzt. Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle vergleichbarer Neuware zum Einsatz kommt, vermeidet zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen klimarelevanter Treibhausgase in Form von CO2-Äquivalenten.

Wiederverwertung von Metall:

Aluminium und Weißblech wird sogar zu 80 Prozent recycelt. In Deutschland wird mehr Aluminium aus dem Wertstoffkreislauf genutzt als aus Primärrohstoffen gewonnen. Das Recycling von Aluminium spart bis zu 95 Prozent der für die Primärerzeugung notwendigen Energie ein. Etwa 75 Prozent des seit 1888 produzierten Aluminiums ist heute noch immer im produktiven Einsatz. In vielen Fällen wurde das Aluminium bereits mehrfach recycelt.

Recycling von Glas:

Beim Produzieren von Glasflaschen werden bereits 60 Prozent Altglasscherben verwendet. Wird Grünglas neu hergestellt, besteht es schon bis zu 90 Prozent aus Altglas. Der Einsatz von Recyclingglas spart Energie und Ressourcen: 10 Prozent Scherbeneinsatz reduzieren die Schmelzenergie um 3 Prozent und die CO2-Emissionen um 3,6 Prozent.

Vermeidung von CO2:

Wird eine Tonne Recyclingkunststoff anstelle von neu produziertem Kunststoff verwendet, werden dadurch zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart. Laut einer Berechnung des Öko-Instituts spart das Recycling von Verpackungen aus dem Gelben Sack/der Gelben Tonne und der Papiertonne sowie das Glasrecycling im Jahr insgesamt etwa 3,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ein. Das entspricht den Emissionen einer Stadt in der Größe von Bonn im gleichen Zeitraum.