Klimaschutzpotenziale durch Weiterentwicklung des Recyclings

Wie verändern sich die ökologischen Leistungen der dualen Systeme bei verbesserter Sammlung von Wertstoffen bis zum Jahr 2030? In drei Szenarien werden hierfür politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen variiert:

Ausgangsszenario

Wird die heutige Abfallzusammensetzung auf das Jahr 2030 projiziert, ergibt sich aufgrund des prognostizierten künftigen Strom- und Wärmemix ein jährliches Klimaschutzpotenzial von 2,23 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

Szenario 1: verbesserte Mülltrennung zuhause

Durch Sensibilisierung und Information der Bevölkerung sowie intensives Abfallmanagement an den Sammelstellen, insbesondere im Bereich von Großwohnanlagen, kann die Sammelmenge in der Gelben Tonne/im Gelben Sack bis zum Jahr 2030 optimiert werden.

Dadurch kann der Klimaschutzbeitrag der dualen Systeme im Jahr 2030 noch einmal um rund 15 Prozent auf 2,55 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr gesteigert werden.

Szenario 2: Öffnung des dualen Erfassungssystems für stoffgleiche Nichtverpackungen

In den Szenarien 2 und 3 wird untersucht, wie sich die Öffnung des dualen Systems zur Sammlung stoffgleicher Nichtverpackungen in Wertstofftonnen auf die Klimabelastung bzw. -entlastung auswirkt. Damit steigt das Klimaschutzpotenzial um knapp 10 Prozent auf insgesamt 2,44 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Szenario 3: Öffnung des dualen Systems für stoffgleiche Nichtverpackungen und konsequentere Mülltrennung

Wird die Sammelmenge gebrauchter Verpackungen gesteigert, indem Teile der heute noch im Restmüll verbleibenden Leichtverpackungen korrekt über die Gelbe Tonne/den Gelben Sack erfasst werden (Szenario 1), und werden gleichzeitig zusätzlich 70 Prozent der verfügbaren stoffgleichen Nichtverpackungen über eine Wertstofftonne von den dualen Systemen erfasst (Szenario 2), können insgesamt knapp 25 Prozent mehr Treibhausgase eingespart werden. Der Klimaschutzbeitrag kann so im Jahr 2030 auf 2,77 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ansteigen.