Ökologischer Nutzen und Potenziale durch die korrekte Trennung und das Recycling von Verpackungen

Warum Mülltrennung und warum eine Ökobilanz?

Klimawandel, Umweltverschmutzung, Rohstoffknappheit und Ressourcenabhängigkeit machen die Weiterentwicklung einer ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Kreislaufwirtschaft dringend notwendig.

 

Die dualen Systeme organisieren bundesweit die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verpackungen. Damit tragen sie wesentlich dazu bei, Materialkreisläufe zu schließen und eine kreislauffähige und ressourceneffiziente Wirtschaft zu gestalten.

 

Im Vergleich zu anderen Industrienationen ist Deutschland ein rohstoffarmes Land. Sekundärrohstoffe aus recycelten Verpackungen gewinnen daher seit Bestehen der dualen Systeme immer weiter an Bedeutung. Bereits heute sind die dualen Systeme relevante Rohstofflieferanten für die deutsche und europäische Wirtschaft.

 

Die Studie "Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“ zeigt und beziffert den heutigen Nutzen und künftige Potenziale der dualen Systeme für den Klima- und Umweltschutz. Die Studie des Öko-Instituts ermöglicht richtungsweisende Schlussfolgerungen, zum Beispiel für politische Entscheidungen, um die Kreislaufwirtschaft weiterzuentwickeln.

Die wichtigsten Ergebnisse

1. Verpackungsrecycling ist Klimaschutz

Mit der Sammlung, Sortierung und Verwertung von Glas-, Papier- und Leichtverpackungen leisten die dualen Systeme einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz. Im Jahr 2019 konnten dadurch 1,72 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase eingespart werden. 2020 betrug die Entlastung sogar 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Durch Verpackungsrecycling vermeiden die dualen Systeme indirekt Emissionen aus der Müllverbrennungsanlage, in der gebrauchte Verpackungen stattdessen verbrannt würden. Unter Berücksichtigung dieses indirekten Beitrags durch die vermiedenen Emissionen lag der Klimaschutzbeitrag rechnerisch bei 2,63 bzw. 2,88 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten für die Jahre 2019 bzw. 2020.

 

2. Verpackungsrecycling schützt unsere Umwelt

Ob Versauerung, Eutrophierung, Feinstaubbelastung oder fossiler Energieaufwand – in allen bilanzierten Umweltkategorien tragen die dualen Systeme zum Schutz und zur Entlastung der Umwelt bei.

3. Verpackungsrecycling bedeutet Ressourcenschutz und -sicherheit

Durch das Recycling gebrauchter Verpackungen wurden 2019 circa 3,66 Millionen Tonnen und 2020 rund 4,02 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe erzeugt. Die dualen Systeme sind damit wichtige Rohstoffieferanten für die deutsche und europäische Wirtschaft.

4. Verpackungsrecycling ist der energetischen Verwertung überlegen

Werkstoffliches Recycling ist den Verfahren der energetischen Verwertung überlegen. Dies trifft umso mehr zu, je weiter die Dekarbonisierung des Energiemix voranschreitet. Zwar ist die energetische Verwertung von Kunststoffabfällen in den vergangenen Jahren bereits zurückgegangen, doch muss sie zur Erreichung der nationalen und europäischen Klimaziele weiter – und so weit wie möglich – zugunsten des werkstofflichen Recyclings reduziert werden.

Klimaschutzpotenziale im Jahr 2030

1. Dekarbonisierung führt zu mehr Klima- und Umweltentlastung

Aufgrund der Dekarbonisierung des Energiemix steigt der Beitrag zur Klimaentlastung im Jahr 2030 auf 2,23 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an. Wird der indirekte Beitrag durch die vermiedenen Emissionen aus der Verbrennung miteinbezogen, liegt der Gesamtbeitrag sogar bei 3,46 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten. Auch in allen anderen untersuchten Wirkungskategorien (Punkt 2) wird die Umweltentlastung in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

2. Durch noch konsequentere Mülltrennung durch Endverbraucher*innen kann die Klimaentlastung weiter steigen

Durch die Steigerung der Sammelmengen, indem Teile der heute noch im Restmüll verbleibenden Wertstoffmengen korrekt über die Gelbe Tonne/den Gelben Sack erfasst werden, könnte das duale System einen noch größeren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Entlastungspotenzial im Jahr 2030 liegt dann bei 2,55 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten.

3. Die Sammlung stoffgleicher Nichtverpackungen kann das Klima weiter entlasten

Durch die Öffnung des dualen Erfassungssystems für die Mitbenutzung durch die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger könnten wertvolle stoffgleiche Nichtverpackungen nach Sammlung in einer Wertstofftonne recycelt werden. Bei gleichzeitiger Optimierung der Sammelmengen könnten so im Jahr 2030 2,77 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

4. Mehr Verpackungsrecycling und Rezyklate für mehr Umwelt- und Klimaschutz

Effiziente und damit privatwirtschaftliche Anreize für das Inverkehrbringen recyclinggerechter Verpackungen und für den Rezyklateinsatz: Mit diesen Stellschrauben kann weiteres Potenzial für eine nachhaltige, ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft im Sinne des Verpackungsgesetzes geschaffen werden.