Recyclingkreislauf Papier

In Deutschland tragen Verbraucherinnen und Verbraucher ihr Altpapier, wie Zeitungen und Zeitschriften, gebrauchte Kartonverpackungen oder Pappen, in der Altpapiersammlung zusammen. 

Das Verpackungsgesetz schreibt in Deutschland eine Papier-Recyclingquote von 85 Prozent vor, das heißt, die dualen Systeme müssen mehr als drei Viertel aller Verpackungen aus Papier, Pappe und Karton dem Papierrecycling zuführen. Wertvolle Rohstoffe bleiben so im Papierkreislauf erhalten. Ressourcen und Rohstoffe, wie Energie, Wasser und Holz, können wirksam eingespart werden: Die Herstellung von Frischfaserpapier benötigt deutlich mehr Energie und Wasser als die Produktion von Recyclingpapier aus Altpapier. Ein weiterer Vorteil des Papierrecyclings: In der Papierproduktion kommen Primärfasern zum Einsatz, die aus Holz von Bäumen waldreicher Länder wie Kanada gewonnen werden. So entstehen lange Transportwege, auf denen große Mengen CO2 ausgestoßen werden – Papierrecycling lohnt sich also!

© netrun78

Wie oft kann man Papier recyceln?

Papierfasern können zehn- bis 25-mal recycelt werden. Bei jedem Recyclingvorgang verkürzen sich die Fasern, bis sie sich schließlich nicht mehr zu Papier verbinden können. Als wertvolle Rohstoffe werden Recyclingpapier, Recyclingkarton und Recyclingpappe zu einer Vielzahl an neuen Produkten verarbeitet, beispielsweise zu Toilettenpapier und Papierhandtüchern, Zeitungsdruckpapier, Kopierpapier, Recycling-Papiertüten oder Kaffeebechern.

Wie funktioniert Papierrecycling?

Bei der Herstellung von Frischfaserpapier, Pappe und Karton bilden Holzfasern immer den wichtigsten Rohstoff. Diese werden in Form von Zellstoff oder Holzstoff (Primärfasern) genutzt. Der für die deutsche Papierindustrie wichtigste Rohstoff ist jedoch Altpapier. Aus den Recyclingfasern werden Zeitungspapiere, Hygienepapiere (z. B. Küchenrollen) und Büropapiere (z.B. Druckerpapier) hergestellt. Gebrauchte Verpackungen aus Papier und Pappe liefern auf diese Weise den Ausgangsstoff für neue Kartons oder Wellpappe. Bei der Herstellung von Recyclingpapier können im Vergleich zu Frischfaserpapier jeweils rund 60 Prozent Energie und Wasser eingespart werden.

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1. Sammeln und Sortieren des Altpapiers

Papier, Pappe und Kartonagen – z. B. Versandkartons, Umverpackungen, Schuhkartons, Zeitungen, Zeitschriften– gehören in die Papiertonne. Das gesammelte Material wird in Sortieranlagen in verschiedene Papier/Pappe-Qualitäten separiert: Deinking-Ware (vorrangig Zeitungen und Kataloge), reine Pappe und ein Gemisch aus Papier/Pappe. Tapetenreste, verschmutztes/durchweichtes und beschichtetes Papier (wie Wachs-Fotopapier, grafische Papiere) können nicht recycelt werden.

2. Zerfasern und Fremdstoffabschneidung

Zur Wiedergewinnung der Sekundärfasern wird das Altpapier in einen Pulper gegeben, in Wasser eingeweicht, aufgelöst und zerfasert. Aus dem Faserbrei werden anschließend Störstoffe (z. B. Büroklammern oder Kunststoffreste) entfernt. Für die Herstellung von Verpackungspapieren ist das Entfernen von Druckfarben nicht erforderlich. Bei der Herstellung grafischer Papiere müssen sie jedoch im sogenannten Deinking-Verfahren entfernt werden. Wasser, Natronlauge und Seife lösen die Farben von den Papierfasern.

3. Verarbeitung zu Recyclingpapier

Das Faser-Wasser-Gemisch wird gleichmäßig auf dem Sieb der Papiermaschine verteilt. Das Wasser fließt ab, die Fasern verbinden sich zu Papier. Die entstehenden Papierbahnen werden mit Hilfe von Walzen und der Trocknerpartie weiter entwässert und geglättet. Zeitungen und Wellpappen bestehen heute bereits aus 100 Prozent Altpapier.