Mythen über Verpackungsrecycling

Was denken die Menschen in Deutschland über Verpackungsrecycling? Welche Mythen halten sich hartnäckig? Eine Online-Umfrage von YouGov gibt Antworten

Nur knapp die Hälfte der Menschen in Deutschland vertraut darauf, dass Verpackungen aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack recycelt werden.

Die große Mehrheit der Menschen in Deutschland trennt ihre Verpackungsabfälle. Und trotzdem glauben insgesamt fast 40 Prozent von ihnen an längst widerlegte Mythen zum Verpackungsrecycling: 

  • Abfälle aus den Gelben Tonnen und Gelben Säcken würden größtenteils verbrannt (19 Prozent),
  • ins Ausland gebracht und dort nicht recycelt (13 Prozent) oder
  • mit anderem Müll zusammengeworfen (sechs Prozent).

Nur knapp die Hälfte der Befragten vertraut tatsächlich darauf, dass die in Gelben Tonnen und Gelben Säcken gesammelten Verpackungen nach Material sortiert und recycelt werden.

Fakt ist: Der Gesetzgeber gibt für Verpackungen aus Kunststoff, Metall, Glas und Papier sowie aus Verbundmaterialien Recyclingquoten vor – und kontrolliert die Erfüllung dieser Quoten streng. Für Kunststoffverpackungen zum Beispiel liegt die gesetzliche Quote bei 63 Prozent. Diese wurde 2024 weit übertroffen: In dem Jahr wurden rund 71 Prozent der bei den dualen Systemen gemeldeten Kunststoffverpackungen recycelt. 

Aber viele Verpackungsabfälle landen doch im Ausland und werden dort nicht recycelt. Oder?

Fakt ist: 99,7 Prozent der deutschen Kunststoffabfälle aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack wurden 2024 in Deutschland (83,2 Prozent) und anderen EU-Staaten (16,5 Prozent) verwertet. Lediglich 0,3 Prozent der Kunststoffabfälle aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack wurden zur Verwertung ins Nicht-EU-Ausland (Schweiz, Türkei) exportiert. 

Die meisten Verbraucher*innen entsorgen ihr Altglas in Altglascontainer – aber nicht alle sind überzeugt von Glasrecycling.

Über 90 Prozent der Menschen in Deutschland werfen ihr Altglas immer, oft oder zumindest gelegentlich in die Altglascontainer. Fast 70 Prozent (68 Prozent) von ihnen achten dabei auch auf die Sortierung nach den Farben Weiß, Braun und Grün. Doch offenbar sind nicht alle wirklich überzeugt: Nur 43 Prozent der Befragten in dieser Gruppe entsorgen ihr Altglas getrennt, weil sie Glasrecycling für wichtig und sinnvoll halten. Sechs Prozent glauben noch an den Mythos, nach Farben sortiertes Altglas würde beim Transport oder beim Recycling wieder zusammengeworfen.

Fakt ist: Glasverpackungen lassen sich ohne Qualitätsverlust beliebig oft einschmelzen und wiederverwerten: Zum Beispiel besteht jede Glasflasche zu 60 Prozent aus „Alt“- Scherben, bei der Farbe Grün sind es sogar bis zu 90 Prozent. Dabei spart der Einsatz von Recyclingglas Energie und reduziert klimaschädliche Emissionen! 

Aber warum das Altglas nach Farben sortieren – das wird doch sowieso wieder zusammengekippt.  

Fakt ist: Die Sammelfahrzeuge haben für Grün-, Braun- und Weißglas unterschiedliche Kammern. Auch in den Aufbereitungsanlagen bleiben die Farben voneinander getrennt. Geraten zum Beispiel braune Glasscherben zwischen die weißen, verfärbt sich beim Einschmelzen das gesamte Weißglas. Das Glas kann dann nur noch eingeschränkt wiederverwertet werden. 

Über die YouGov-Umfrage

Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 18. und 20.02.2025 insgesamt 2060 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

Fakten gegen Mythen: Verpackungsrecycling in Deutschland

5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle von den dualen Systemen insgesamt verwertet

Die dualen Systeme verwerteten im Jahr 2024 insgesamt rund 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle aus dem privaten Endverbrauch. Das sind gut 90 Prozent aller bei den Systemen beteiligten Verpackungen. Dies umfasst Verpackungen aus Papier, Pappe, Karton, aus Glas sowie aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und aus Verbundmaterialien. Durch das Recycling dieser Verpackungsmengen können mehrere Millionen Tonnen an Primärrohstoffen eingespart werden.

Quelle: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Entwicklung der Recyclingquoten für Verpackungsabfälle aus der Sammlung der dualen Systeme im Jahr 2024, Januar 2026

2,6 Millionen Tonnen Leichtverpackungen über Gelbe Tonne und Gelben Sack

Über die Gelbe Tonne und den Gelben Sack wurden in Deutschland im Jahr 2024 ca. 2,6 Mio. Tonnen Abfälle gesammelt und sortiert. Das sind durchschnittlich 31 Kilogramm pro Einwohner*in und Jahr. Im Sammelgemisch befinden sich Leichtverpackungen aus allen Materialien (Kunststoffe, Metalle, Verbunde) sowie Abfälle, die nicht in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören.

Quelle: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Factsheet: Sortierung von Leichtverpackungen, Januar 2026

Alle Recyclingquoten 2024

Die Recyclingquoten beschreiben, wie hoch der Anteil der bei den dualen Systemen gemeldeten Verpackungen ist, der von den Systemen einem Recycling zugeführt wurde und damit für die Herstellung neuer Verpackungen und Produkte eingesetzt werden konnte: 

  • 68,9 Prozent der Kunststoffverpackungen wurden 2023 von den dualen Systemen einer werkstofflichen Verwertung zugeführt (gesetzliche Quote: 63 Prozent).
  • Bei Verpackungen aus Aluminium erreichten die Systeme eine Recyclingquote von 120,5 Prozent1, bei denen aus Eisenmetallen 103,6 Prozent1 (gesetzliche Quoten: jeweils 90 Prozent).
  • Verpackungen aus Papier, Pappe oder Karton wurden zu 93,6 Prozent recycelt (gesetzliche Quote: 90 Prozent).
  • Für Glasverpackungen lag die Recyclingquote bei 83,1 Prozent (gesetzliche Quote: 90 Prozent).
  • Bei den Getränkekartonverpackungen konnte eine Quote von 71,3 Prozent erreicht werden (gesetzliche Quote: 80 Prozent). Gleiches gilt für sonstige Verbundverpackungen, hier betrug die Quote 56,1 Prozent (gesetzliche Quote: 70 Prozent).

Quelle: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Entwicklung der Recyclingquoten für Verpackungsabfälle aus der Sammlung der dualen Systeme im Jahr 2024, Januar 2026

Exporte: Mehr als 99 Prozent Verwertung in Deutschland und der Europäischen Union

99,7 Prozent der deutschen Kunststoffabfälle aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack wurden 2024 in Deutschland (83,2 Prozent) und anderen EU-Staaten (16,5 Prozent) verwertet. Insgesamt 0,3 Prozent der Kunststoffabfälle aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack wurden zur Verwertung ins Nicht-EU-Ausland (Schweiz, Türkei) exportiert. Für das Recycling im Allgemeinen (In- und Ausland) gilt: Unabhängig davon, wo Verpackungen aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack sortiert und verwertet werden, müssen sich Anlagenbetreiber nach deutschen Richtlinien von Sachverständigen zertifizieren lassen und festgeschriebene Standards beim Recycling einhalten. 

Quelle: Stiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR), Entwicklung der Recyclingquoten für Verpackungsabfälle aus der Sammlung der dualen Systeme im Jahr 2024, Januar 2026

Recycling zum Schutz der Umwelt

Klimaschutz

Das Öko-Institut hat berechnet, dass die dualen Systeme mit der Verwertung von Glas-, Papier- und Leichtverpackungen jährlich 1,95 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente einsparen. Und das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft: Trennen Verbraucher*innen ihre Abfälle noch konsequenter, kann die Klimaentlastung bis 2030 auf 2,55 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente steigen. 

Quelle: Öko-Institut, Studie „Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“, 2022

Ressourcenschutz

Durch das Verpackungsrecycling werden jährlich rund 4,02 Millionen Tonnen Sekundärrohstoffe erzeugt. Diese finden in neuen Produkten und Verpackungen Anwendung und substituieren damit Primärrohstoffe.

Quelle: Öko-Institut, Studie „Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“, 2022

Umweltschutz

In einer Ökobilanz bestätigt das Öko-Institut, dass die dualen Systeme in den ökologischen Wirkungskategorien Versauerung, Eutrophierung, Feinstaubbelastung und fossiler Energieaufwand zum Schutz und zur Entlastung der Umwelt beitragen.

Quelle: Öko-Institut, Studie „Ökobilanz zu den Leistungen der dualen Systeme im Bereich des Verpackungsrecyclings“, 2022

Kunststoff

Jede Tonne Recyclingkunststoff, die anstelle vergleichbarer Neuware zum Einsatz kommt, vermeidet zwischen 1,5 und 3,2 Tonnen klimarelevanter Treibhausgase in Form von CO2- Äquivalenten.

Quelle: Hochschule Magdeburg-Stendal, Studie zur Berechnung des CO2-Ausstoßes bei der Kunststoffverwertung im Auftrag der mtm plastics GmbH, Multiport GmbH und MultiPet GmbH, Pressemeldung vom 20. Juni 2014

Aluminium

Das Recycling von Aluminium spart bis zu 95 Prozent der für die Primärerzeugung notwendigen Energie ein. Etwa 75 Prozent des seit 1888 produzierten Aluminiums ist heute noch immer im produktiven Einsatz. In vielen Fällen wurde das Aluminium bereits mehrfach recycelt.

Quellen: Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt AGVU, „Zukunft Verpackung - Ressourcenschonung und Klimaschutz“, Dezember 2024; alles über Alu (allesueberalu.de), Recycling, letzter Zugriff: 22.09.2025

Weißblech

Die Verwertung von einer Tonne Weißblechschrott spart im Vergleich zur Primärerzeugung 1,5 Tonnen Eisenerz, 650 Kilogramm Kohle und 300 Kilogramm Kalkstein ein. Der Energieverbrauch sinkt um 75 Prozent, der Ausstoß von Treibhausgasen um bis zu 80 Prozent, der Wasserverbrauch um 40 Prozent.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt AGVU, „Materialfraktion Weißblech“, letzter Zugriff: 22.09.2025

Papier

Bei der Herstellung von Recyclingpapier können im Vergleich zu Frischfaserpapier etwa 68 Prozent an Energie und 78 Prozent der Wassermenge sowie 15 Prozent CO2-Emissionen eingespart werden. Der Import von Zellstoff zur Papierherstellung, zum Beispiel aus den Tropen oder Kanada, bringt sehr lange Transportwege mit sich und führt damit zu einem hohen CO2- Ausstoß. Bei Verwendung von Altpapier aus regionalen Sammlungen ist der CO2-Ausstoß hingegen geringer. Und das gleich mehrfach: Papierfasern können zehn bis 25-mal recycelt werden.

Quellen: Umweltbundesamt, Papier und Druckerzeugnisse, 26.06.2023; Frederic Kreplin, M.Sc.PMV, TU Darmstadt: Häufiger rezyklierbar als gedacht, in Papier + Technik, VAP Mitarbeitermagazin der Papierindustrie (online), 06.02.2020; Der Mythos begrenzter Faserlebenszyklen. Über die Leistungsfähigkeit einer Papierfaser; in: Wochenblatt für Papierfabrikation (2018), Nr. 6, S. 350-357

Glas

Jede Glasflasche besteht zu 60 Prozent aus „Alt“-Scherben, bei der Farbe Grün sind es sogar bis zu 90 Prozent. Der Einsatz von Recyclingglas spart Energie und Ressourcen: 10 Prozent Scherbeneinsatz reduzieren die Schmelzenergie um 3 Prozent und die CO2-Emissionen um 3,6 Prozent.

Quellen: Bundesverband Glasindustrie e.V., „Glas - Ein Werkstoff mit vielen Talenten“, k.A.; Arbeitsgemeinschaft Verpackung + Umwelt AGVU, „Zukunft Verpackung - Ressourcenschonung und Klimaschutz“, Dezember 2024