Die Nase läuft, der Hals kratzt und der Kopf schmerzt. Zum Glück gibt es Hustensaft, Nasenspray und Kopfschmerztabletten. So unterschiedlich diese Medikamente sind, so individuell sind sie auch verpackt. Bei der Entsorgung ihrer Verpackungen muss deshalb einiges beachtet werden. Denn wer sie richtig trennt und entsorgt, hilft dabei, wertvolle Rohstoffe zurückzugewinnen. Dass sich Mülltrennung lohnt, zeigen aktuelle Recyclingzahlen: 2024 wurden zum Beispiel 70,8 Prozent der bei den dualen Systemen gemeldeten Kunststoffverpackungen dem werkstofflichen Recycling zugeführt. „Aus gebrauchten Verpackungen können neue Rohstoffe für Produkte und Verpackungen entstehen. Damit das gelingt, kommt es auf die richtige Mülltrennung an – auch bei Medikamentenverpackungen. Wichtig ist: Die Verpackungen müssen vollständig leer sein“, erklärt Axel Subklew, Sprecher der Initiative „Mülltrennung wirkt“. Zur Erkältungssaison hat die Initiative Tipps für die umweltfreundliche Entsorgung von Arzneimittelverpackungen.
Korrekte Entsorgung von Medikamentenverpackungen
- Blister- oder Durchdrückverpackungen: Medikamente wie Tabletten oder Kapseln sind häufig in sogenannte Blister- oder Durchdrückverpackungen eingeschweißt. Diese Verpackungen aus Kunststoff und Aluminiumfolie gehören in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Gleiches gilt für Arzneimitteldosen aus Kunststoff. Wichtig ist: Alle Verpackungen müssen völlig leer sein.
- Salbentuben und Salbentiegel: Aluminium- und Kunststofftuben für Salben, Gele oder Cremes kommen – vollständig entleert – in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Die Deckel sind meist aus einem anderen Material, sie sollten deshalb getrennt von der Tube im Verpackungsmüll entsorgt werden. So können die Sortieranlagen unterschiedliche Materialien sortenrein erfassen. Auch leere Kunststofftiegel, zum Beispiel für Salben, die in der Apotheke angerührt werden, können in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack entsorgt werden.
- Pumpsprays und Spraydosen: Pumpsprayflaschen aus Kunststoff zum Beispiel für Nasenspray gehören ebenfalls in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. Das Gleiche gilt für Spraydosen aus Aluminium wie Sprühpflaster. Achtung: Auch Spraydosen müssen komplett entleert sein. Sind noch Reste enthalten, können sie beim Transport oder in Sortieranlagen in Brand geraten oder explodieren.
- Pharmazeutische Glasbehälter: Vom Fläschchen bis zum Glas – geleerte Glasverpackungen von Medikamenten werden nach Farben sortiert in die Altglascontainer für Weiß-, Braun- oder Grünglas entsorgt. Deckel dürfen mit in die Container geworfen werden.
- Umverpackungen und Beipackzettel: Umverpackungen aus Karton und Beipackzettel aus Papier kommen in die Altpapiertonne oder den -Container.
Grundsätzlich gilt auch für Medikamentenverpackungen die einfache Grundregel für richtige Mülltrennung: In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören alle leeren Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas sind. Das sind zum Beispiel Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech oder Verbundmaterialien. Papier, Pappe und Karton werden im Altpapier, leere Einweg-Glasverpackungen sortiert nach Farben in Glascontainern gesammelt.
Regeln für die umweltschonende Entsorgung von Arzneimittelresten
Die Entsorgung von Arzneimitteln ist regional unterschiedlich geregelt. Wichtig ist, dass sie nicht über die Toilette oder die Spüle entsorgt werden, denn Arzneimittelrückstände belasten das Grundwasser und schaden der Umwelt. In vielen Orten können Medikamente in der Restmülltonne entsorgt werden: Die Medikamente verbleiben dafür in ihren Verpackungen und werden sorgfältig im Müllbeutel verschlossen. Denn sie sollten in der Mülltonne nicht zu sehen sein, damit unbefugte Personen sie nicht herausholen. Doch es gibt Ausnahmen, beispielsweise zahlreiche Asthmasprays oder Mittel zur Behandlung von Krebs (Zytostatika). Informationen zur Entsorgung dieser Medikamente sind auf dem Beipackzettel vermerkt. Auskunft geben außerdem Apotheken oder Arztpraxen. In einigen Kommunen müssen Medikamente bei Schadstoffmobilen oder Schadstoffsammelstellen von Recyclinghöfen abgegeben werden. Manche Apotheken nehmen Medikamente freiwillig zurück. Wie die Entsorgung von Medikamenten lokal geregelt ist, darüber informieren die kommunalen Abfallberatungen. Konkrete Ansprechpartner*innen findet man beispielsweise auf der Website der Initiative „Mülltrennung wirkt“ in der Postleitzahlsuche.
Weiterführende Informationen
Kontakt
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Axel Subklew, Experte der Initiative „Mülltrennung wirkt”
Tel.: +49 (0) 2203 – 50 26 414 | Mobil: +49 (0)178 24 46 547
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Initiative „Mülltrennung wirkt“ / Marcella Merk
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Pressemitteilung vom 03.11.2026
Download: Erkältungszeit: Abgelaufene Medikamente und ihre Verpackungen richtig entsorgen (PDF-Datei, 104,5 KB)